Jetzt anfragen
Mietrecht & Recht

Verkehrssicherungspflicht in Hamburg — wann müssen Sie räumen lassen?

Hamburger Wegegesetz, werktags 7–20 Uhr, sonn-/feiertags 9–20 Uhr — die Pflichten für Eigentümer und Vermieter inkl. Übertragbarkeit auf Dienstleister.

Veröffentlicht am 2026-05-07 · 5 Min. Lesezeit

📅 Aktualisiert 7. Mai 2026 📚 Recht ⏱ 8 Min

Wer in Hamburg eine Immobilie besitzt, hat eine Räum- und Streupflicht für die angrenzenden Gehwege. Bei Sturzunfällen drohen Schadensersatzbeträge im fünfstelligen Bereich. Hier was das Hamburgische Wegereinigungsgesetz konkret verlangt — und wie Sie sich rechtssicher organisieren.

Das Hamburgische Wegereinigungsgesetz (HmbWegeRG)

Das HmbWegeRG und die zugehörige Wegereinigungsverordnung regeln die Räum- und Streupflicht in Hamburg. Die wichtigsten Punkte:

Wer ist pflichtig?

Wann muss geräumt werden?

Welche Breite?

Was darf gestreut werden?

Was bei Verstoß droht

Bußgeld

Bis zu 5.000 € pro Verstoß. In der Praxis werden meist 50-500 € verhängt, je nach Schwere und Wiederholung.

Zivilrechtliche Haftung — der teure Teil

Wenn ein Fußgänger auf Ihrem nicht geräumten Bürgersteig stürzt, kann er Schadensersatz fordern. Übliche Beträge:

Wann wird gehaftet?

Sie haften nicht für jeden Sturz — sondern wenn Sie Ihre Räumpflicht verletzt haben. Konkret:

Mitverschulden des Stürzenden mindert die Haftung — typisch 20-50 % wenn der Stürzende erkennbar Eile hatte, alkoholisiert war oder ungeeignete Schuhe trug.

Was Sie als Eigentümer konkret tun müssen

Option 1: Selbst räumen und streuen

Möglich für kleine Bürgersteig-Abschnitte und wenn Sie verlässlich vor 7 Uhr fertig sind. Praktisch für Eigentümer von Einfamilienhäusern.

Option 2: Räumdienst beauftragen

Standard für Mehrfamilienhäuser, Gewerbeimmobilien, WEG. Vorteile:

Option 3: Mieter zur Räumung verpflichten

Mietvertrag muss explizit eine Räumklausel enthalten. Auch dann haftet der Eigentümer noch zu einem gewissen Anteil, wenn er den Mieter nicht ausreichend kontrolliert.

Warnung: Bei Mieter-Räumklausel haftet der Eigentümer trotzdem mit, wenn der Mieter offensichtlich nicht räumt. Sicherer ist immer ein professioneller Räumdienst.

Saisonpaket vs. Einzelabruf — was lohnt sich?

Saisonpaket (empfohlen)

Das Saisonpaket ist sinnvoll für alle, die Risiko ausschließen wollen. Auch wenn ein Winter mild wird, kostet es weniger als ein einziger Sturz mit 30.000 € Schadensersatz.

Einzelabruf

Einzelabruf ist nur sinnvoll bei Eigentümern, die normalerweise selber räumen und nur bei Urlaub oder Krankheit Vertretung brauchen. Zur Versicherungssicherung empfehlen wir Saisonpaket.

Wirtschaftlichkeits-Vergleich

5 Jahre Saisonpaket Premium: 5 × 5 Monate × 280 € = 7.000 €. Ein einziger Schadensersatz nach Hüftbruch bei einer 70-jährigen: 25.000-80.000 € + Anwaltskosten. Mathematik klar.

Dokumentation — Ihre Versicherung im Schadensfall

Wenn doch ein Sturz passiert und der Verletzte Schadensersatz fordert: Ihre Dokumentation ist Ihre Verteidigung.

Was wir bei Meliteo dokumentieren

Wo das gespeichert wird

Cloud-Service mit verschlüsseltem Zugriff. Sie als Eigentümer können jederzeit einsehen. Im Streitfall mit einem Sturz-Opfer haben Sie damit Beweis, dass die Räum- und Streupflicht erfüllt wurde.

Praxisbeispiel

Hausverwaltung in Eimsbüttel hatte 2024 einen Sturzfall: Mieter brach sich das Handgelenk, forderte 8.000 € Schmerzensgeld. Unsere lückenlose Dokumentation (Räumung 6:35 Uhr, Foto vor und nach Einsatz, Wetterlage „leichter Schneefall, +1°C") zeigte: zur Sturzzeit 7:15 Uhr war der Bürgersteig sauber und gestreut. Versicherung des Stürzenden zog die Forderung zurück.

Streumittel — was wirklich erlaubt ist

Bevorzugt: Lava-Granulat

Vulkangestein in Pelletsform. Vorteile:

Splitt

Naturstein-Granulat. Vor- und Nachteile:

Sand

Wirksam, aber:

Streusalz — fast immer verboten

In Wohngebieten verboten. Erlaubt nur:

Salz schädigt Pflanzen, Bäume, Rohrleitungen, Hund-Pfoten und gelangt in die Elbe. Verstöße können geahndet werden.

Hamburger Stadtteile mit besonderen Anforderungen

Hanglagen (Blankenese, Othmarschen, Sülldorf)

Steile Treppen am Elbufer sind eis- und sturzgefährlich. Mehr Granulat, häufigeres Nachstreuen. Bei Eis-Bildung Streusalz an gefährlichsten Stellen erlaubt.

Windexponierte Lagen (HafenCity, Speicherstadt)

Schnee verweht schnell, oft mehrfach täglich räumen. Salzluft beschleunigt Tau-Vorgang, dafür kann Glätte bei Sub-Null-Temperaturen wieder entstehen.

Innenstadt (Mönckebergstraße, Jungfernstieg)

Hauptverkehrsstraßen werden vom städtischen Winterdienst geräumt. Eigentümer ist trotzdem für die Anlieger-Bürgersteige verantwortlich. Granitpflaster wird bei Nässe sehr rutschig.

Wohnviertel (Eppendorf, Winterhude, Eimsbüttel)

Etablierte Stadtteile mit hohen Eigentümerstandards. Pünktlichkeit und Dokumentation sind hier wichtiger als der Preis.

Stadtrand (Bergedorf, Volksdorf, Rissen)

Größere Außenanlagen, längere Wege zu räumen. Oft Granitpflaster oder Beton, das gut hochdruck-fähig ist (am Saisonende).

Häufige Fragen

Wann muss ich in Hamburg geräumt haben?

Werktags ab 7:00 Uhr, Sonn- und Feiertags ab 9:00 Uhr — bis 20:00 Uhr abends. Bei Schneefall oder Glätte mehrmals täglich nach Bedarf.

Welche Breite muss freigeräumt sein?

Mindestens 1 m bei normalen Gehwegen, mindestens 1,50 m bei Hauptwegen. Treppen und Eingänge vollständig.

Was passiert wenn jemand auf meinem nicht-geräumten Bürgersteig stürzt?

Sie haften für Personenschäden. Schmerzensgeld bei leichter Verletzung 500-2.000 €, bei Knochenbruch 5.000-15.000 €, bei Hüftbruch eines Senioren 25.000-80.000 €. Plus Behandlungs- und Reha-Kosten.

Was kostet ein Saisonpaket Winterdienst?

November-März für Mehrfamilienhaus mit ca. 15 m Bürgersteig: 89-150 €/Monat. Bei Gewerbeobjekten oder größeren Flächen entsprechend mehr. Versicherungsschutz und Dokumentation inklusive.

Konkret für Ihr Objekt?
Festpreis-Angebot binnen 48 Stunden — sonst die erste Reinigung kostenlos.
→ 48-h-Angebot anfordern
📞 Anrufen Chat 48h-Angebot