Wer einen Reinigungsvertrag vergeben will, kann sich Wochen Verhandlung sparen, wenn ein paar Sachen vorab geklärt sind. Diese Checkliste hilft Ihnen, beim Vor-Ort-Termin alles parat zu haben — und beim Angebot-Vergleich saubere Apple-zu-Apple-Vergleiche zu machen.
Vor dem Vor-Ort-Termin
Quadratmeter-Übersicht
- Gesamtfläche der zu reinigenden Räume (m² Bürofläche)
- Sanitärflächen separat (m² Sanitärbereich)
- Verkehrsflächen (Flure, Treppenhäuser)
- Sonderflächen (Konferenzraum, Empfang, Küche/Teeküche)
Wenn Sie Pläne haben (Mietvertrag, Architektenpläne) — schicken Sie sie vorab. Wir kommen dann mit Berechnungs-Vorbereitung.
Materialien
- Bodenbeläge (Linoleum, PVC, Marmor, Granit, Teppich, Parkett)
- Wandbeschaffenheit (Tapete, Putz, Glas, Holzpaneel)
- Sanitärausstattung (Spülrandlos, kompakt, mit Trennwänden)
- Empfindliche Materialien (designte Möbel, Edelstahl, Naturstein)
Reinigungs-Frequenzen
- Wie oft soll wofür gereinigt werden? (z. B. Sanitär täglich, Boden 3× wöchentlich, Schreibtische wöchentlich)
- Gibt es Frequenz-Spitzen (Werkzeugreinigung Freitag, Großputz vor Wochenend-Veranstaltungen)?
- Wann darf gereinigt werden (vor 8 Uhr, nach 18 Uhr, am Wochenende)?
Vorgänger-Vertrag — wenn vorhanden
Wenn Sie einen alten Reinigungsvertrag haben, hilft uns die Detail-Übersicht enorm:
- Pauschalpreis und was darin enthalten ist — was war im Pauschalpreis, was wurde extra abgerechnet?
- Reinigungsplan des Vorgängers (was wurde gemacht, in welcher Häufigkeit)
- Reklamations-Historie — wo gab es Probleme, was hat der Vorgänger nicht gut gemacht?
- Personalkonzept — wer hat geputzt, wie oft hat das Personal gewechselt?
- Kündigungsgrund — warum wechseln Sie? (Preis zu hoch? Qualität zu schlecht? Insolvenz? Standortwechsel?)
Compliance-Anforderungen
Sie haben besondere Compliance-Anforderungen? Sagen Sie es vor dem Vor-Ort-Termin, nicht erst während der Vertragsverhandlung:
Hygiene-Anforderungen
- RKI-Standards (bei Praxen, Kitas, Pflegeeinrichtungen)
- HACCP (bei Gastronomie, Lebensmittel-Verarbeitung)
- DIN 77400 (bei Schulen und Kindereinrichtungen)
- IfSG §43 (Schulungspflicht für Personal in Lebensmittel-Bereich)
Datenschutz
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO
- Schweigepflicht-Erklärung des Reinigungspersonals (bei §203 StGB-relevanten Räumen)
- Zugangsdokumentation
Versicherung
- Mindest-Versicherungssumme (Standard: 5 Mio, hoch: 5 Mio)
- Spezielle Klauseln für Schlüsselverlust
- Tätigkeitsschäden-Klausel
Personalqualität
- Tariflohn-Nachweis (BRTV Gebäudereinigung)
- Sprachniveau (Deutsch B1 vs. nur Anweisungen)
- Hintergrund-Checks bei sicherheitssensiblen Objekten
Audit-Anforderungen
- ISO 9001 (oder unabhängiges Audit)
- Quartalsberichte mit definiertem KPI-Set
- Zugang zu Reinigungsdokumentation
Sonderwünsche und Zusatzleistungen
Was über die reine Reinigung hinausgeht, klären Sie am besten vorab:
- Pflanzen gießen (im Büro oder Empfangsbereich)
- Pakete annehmen / abgeben
- Spülmaschine starten / leeren
- Kühlschrank reinigen, Verfallsdaten prüfen
- Briefkasten leeren bei Nachsendeauftrag
- Müllcontainer in den Hof stellen / zurückholen
- Schlüsselverteilung (Schließanlagen-Codes verwalten)
- Hausmeister-ähnliche Tätigkeiten (Glühbirnen wechseln)
Diese Aufgaben werden meist als Zusatz-Pauschale verrechnet (typisch 50-200 €/Monat extra). Wer sie nicht im Vertrag dokumentiert, hat später Streit.
Sicherheits- und Zugangsfragen
Schlüsselübergabe
- Wie viele Schlüssel wollen Sie übergeben? (Standard: 1 pro Reinigungskraft + 1 für Objektleiter)
- Schlüsselsafe oder Übergabe per Quittung?
- Schließanlage mit individuellem Code für Reinigungsdienstleister?
- Bei Schlüsselverlust: wer trägt die Kosten? (Bei uns: unsere Versicherung)
Alarm und Sicherheit
- Gibt es eine Alarmanlage? Wer hat den Code?
- Sicherheitsdienst zu kontaktieren bei Problemen?
- Kameras im Objekt — soll Reinigungspersonal informiert werden?
- Eingangsdokumentation (z. B. wer hat wann das Objekt betreten)?
Zugang
- Aufzug verfügbar? Aufzugscode oder Schlüssel?
- Tiefgaragen-Zugang nötig (für Reinigungsfahrzeug)?
- Parkplatz für Reinigungsfahrzeug auf dem Grundstück?
- Wasseranschluss und Strom für Reinigungsmaschinen verfügbar?
Bei sicherheitssensiblen Objekten
- Hintergrund-Check des Reinigungspersonals (polizeiliches Führungszeugnis)
- Erweiterte NDA (Schweigepflicht-Vereinbarung)
- Gewerblicher Datenschutz-Schulung des Personals
Was Sie vom Anbieter klar fordern sollten
Beim Vor-Ort-Termin und im Angebot:
Schriftlicher Reinigungsplan
Detaillierte Aufgabenliste pro Häufigkeit, mit verwendeten Mitteln und Zeitschätzung. Nicht „Standardreinigung Büro" — sondern „WC-Schalen reinigen und desinfizieren mit Tana Sani 70, Boden mit Tana Apesin GP, Schreibtische staubfrei wischen mit Mikrofaser-Tuch grün".
Personalstellung
Wer kommt? Wie viele Personen? Wer ist Vertretung bei Krankheit/Urlaub? Bleibt das Personal langfristig?
Versicherungsnachweis
Kopie der gültigen Betriebshaftpflichtversicherungspolice anfordern. Achten Sie auf Höhe der Deckungssumme und Datum der Gültigkeit.
Tariflohn-Bestätigung
Schriftliche Bestätigung, dass das Reinigungspersonal nach Bundesrahmentarifvertrag Gebäudereinigung bezahlt wird. Auf Wunsch anonymisierte Lohnabrechnungen.
Kündigungsbedingungen
Kündigungsfrist und -termine, ggf. Mindestlaufzeit. Standard sollte monatlich kündbar zum Monatsende sein.
Reklamationsverfahren
Schriftliche Zusage über Nachbesserung-Frist (24h ist Standard) und Eskalationspfad bei wiederholten Mängeln.
Drei häufige Vergabe-Fehler
1. Nur auf den Pauschalpreis schauen
Anbieter A: 1.200 €/Monat. Anbieter B: 1.450 €/Monat. Klingt teurer? Bei A werden Glasreinigung, Tiefenreinigung Sanitär und Bodengrundreinigung extra abgerechnet — Jahressumme 18.500 €. Bei B alles drin — Jahressumme 17.400 €. Apple-zu-Apple zählt.
2. Lange Vertragslaufzeiten unterschreiben
24-Monats-Vertrag mit 3 % Skonto klingt gut. Aber: Wenn nach 6 Monaten die Qualität abrutscht, sitzen Sie 18 Monate fest. Monatlich kündbar ist meistens besser.
3. Personal nicht nachfragen
„Wer kommt? Wie oft wechselt das Personal?" — viele Anbieter haben anonymen Pool, alle 3 Monate andere Person. Festes Personal wert mehr als 5-10 % Preisaufschlag.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Vor-Ort-Termin?
15-40 Minuten je nach Größe. Bei kleineren Objekten (bis 200 m²) reicht ein Objektleiter. Bei Großobjekten kommt der Inhaber persönlich und kalkuliert direkt vor Ort.
Was kostet der Vor-Ort-Termin?
Nichts. Vor-Ort-Termin und Festpreis-Angebot sind kostenfrei und unverbindlich. Wenn Sie sich gegen uns entscheiden, entstehen keine Kosten.
Kann ich mehrere Anbieter parallel vergleichen?
Ja, das empfehlen wir sogar. Holen Sie 3-5 Angebote ein und vergleichen Sie nach Apple-zu-Apple-Methode (Leistungsumfang, Preis, Personal, Versicherung, Vertragsbedingungen).
Festpreis-Angebot binnen 48 Stunden — sonst die erste Reinigung kostenlos.
→ 48-h-Angebot anfordern