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Reinigungstipps

Fassadenreinigung — welches Verfahren für welche Fassade?

Hochdruck, SoftWash oder Heißdampf — die richtige Methode für Putz, Klinker, Glas und WDVS. Material-Test vor Ort und typische Fehler.

Veröffentlicht am 2026-05-07 · 5 Min. Lesezeit

📅 Aktualisiert 7. Mai 2026 📚 Fassade ⏱ 11 Min

Eine Fassade falsch zu reinigen kann teurer werden als gar nicht zu reinigen. Hochdruck auf weichem Sandstein zerstört binnen Minuten Material, das 100 Jahre überdauert hätte. Hier die Übersicht der vier Hauptverfahren — mit klarer Empfehlung pro Hamburger Material-Typ.

Die vier Hauptverfahren im Überblick

VerfahrenDruckMaterial-SchonungGeeignet für
Hochdruck (Standard)150-300 barMittelKlinker, harter Beton, Granit-Pflaster
Heißdampf-/Heißwasser-Niedrigdruck50-100 bar, 95°CHochKlinker (auch alte), Beton-Sichtmauerwerk
Softwash (Niederdruck-Schaum)5-30 barSehr hochPutzfassaden, Ziegel, Natursteine
JOS-Wirbelstrahl2-6 bar DruckluftHöchsteDenkmalgeschützte Fassaden, weicher Sandstein

Kosten steigen mit der Schonung: Standard-Hochdruck 8-15 €/m², JOS bei 60-120 €/m². Aber: bei falscher Wahl ist die teure Methode oft die billigere — denn Material-Schaden auf 200 m² Fassade kann 30.000-60.000 € Sanierung kosten.

Hochdruck — der Klassiker für robuste Materialien

Hochdruckreinigung mit 150-300 bar und ggf. Heißwasser ist das Standard-Verfahren für moderne, harte Fassaden.

Geeignet für

Nicht geeignet für

Was kostet das?

4-7 €/m² für reine Hochdruckreinigung von Pflaster oder Hoffläche. 8-15 €/m² für Klinker-Fassaden mit Algen-Vorbehandlung und Imprägnierung. Bei 200 m² Klinkerwand also 1.600-3.000 € einmalig, Imprägnierung hält 2-4 Jahre.

Heißdampf-Niedrigdruck — der Allrounder

Heißes Wasser (95°C) mit niedrigem Druck (50-80 bar) und biologisch abbaubarem Reiniger ist eine der schonendsten Methoden, die trotzdem effektiv ist.

Wie es funktioniert

Die Hitze tötet Algen und Pilzbefall, der niedrige Druck schont das Material. Zusätzlich wird ein Tensid-Reiniger eingesetzt, der Fett und organische Verschmutzung löst.

Geeignet für

Hauptanwendung in Hamburg

Wir setzen Heißdampf-Niedrigdruck regelmäßig ein bei:

Kosten: 12-22 €/m² für Fassadenreinigung. 35-65 €/m² für Graffitientfernung auf rauen Untergründen.

Softwash — die Methode für Putzfassaden

Softwash ist ein Niederdruck-Verfahren (5-30 bar) mit Spezial-Schaum, der lange einwirkt und dann mit niedrigem Druck abgespült wird.

Wie es funktioniert

  1. Schaum mit Algiziden, Tensiden und Bleichstoffen wird auf die Fassade aufgetragen
  2. 15-30 Minuten Einwirkzeit (Schaum hält an der Wand)
  3. Abspülen mit niedrigem Druck und kaltem oder warmem Wasser
  4. Optional: nachimprägnieren gegen Wiederbefall

Geeignet für

Was Softwash NICHT kann

Kosten

15-30 €/m² für Putzfassaden. 18-35 €/m² mit Imprägnierung. Lohnt sich, weil Putz-Sanierung 80-150 €/m² kostet — ein einziger Hochdruck-Fehler kann tausendfach teurer werden.

JOS-Wirbelstrahl — für Denkmalschutz und Sandstein

Das JOS-Verfahren (auch Wirbelstrahl oder Mikro-Strahl) verwendet feinster Strahlmittel (Glasperlen oder Marmormehl) mit Druckluft (2-6 bar) und kleinster Wassermenge. Das Ergebnis: maximale Schonung des Substrats bei effektiver Reinigung.

Geeignet für

Wie schonend ist es wirklich?

Der Materialabtrag bei korrekter Anwendung liegt unter 0,1 mm — also unsichtbar. Im Vergleich: Hochdruck kann auf weichem Sandstein 1-3 mm Material in einer Reinigungs-Session abnehmen.

Nachteile

Kosten

60-120 €/m². Bei einer 50 m² Sandstein-Fassade also 3.000-6.000 €. Dafür ist das Material 100 Jahre länger erhalten — Sanierungskosten 200-500 €/m² werden vermieden.

Hamburger Praxis: Bei denkmalgeschützten Häusern in Hamburg muss vor jeder Reinigung eine Anzeige beim Hamburgischen Denkmalschutzamt erfolgen. Wir machen das komplette Procedere — Probereinigung an unauffälliger Stelle, Bericht, Antrag, genehmigte Durchführung. Aufpreis 300-800 € für die Bürokratie, lohnt sich gegen das Risiko.

Hamburger Material-Typen und Empfehlungen

Klinker (rot, braun, schwarz)

Hauptmaterial in Wandsbek, Eppendorf, Hammerbrook, vielen 1960-1990er-Bauten. Sehr hart, gut hochdruckbeständig.

Empfehlung: Hochdruck mit Algen-Vorbehandlung. Bei sehr alten oder verfetteten Klinkern Heißdampf-Niedrigdruck.

Sandstein (gelblich-rosa)

Häufig in Altstadt, Speicherstadt, denkmalgeschützten Häusern in Eppendorf und Harvestehude.

Empfehlung: Ausschließlich JOS-Strahlverfahren oder vorsichtiges Softwash. Niemals Hochdruck.

Putzfassaden (Kalkputz, Gipsputz, moderne Kunstharzputze)

Häufig in Altona, Eimsbüttel, Stellingen. Sehr empfindlich.

Empfehlung: Softwash. Bei sehr alten Putzen mit losen Stellen vorab konsolidieren — sonst löst die Reinigung den Putz.

Beton-Sichtmauerwerk

Häufig an Brücken, Tunnel-Eingängen, Tiefgaragen, modernen Verwaltungsbauten.

Empfehlung: Hochdruck oder Heißdampf-Niedrigdruck, je nach Verschmutzungsgrad.

Granitpflaster

Hofflächen in Innenstadt, Speicherstadt.

Empfehlung: Hochdruck mit Flächenreiniger-Aufsatz. Vorbenetzung mit Algenentferner verbessert das Ergebnis.

Holz-Fassaden (Lärche, Zeder)

Moderne Bauten, einige Sanierungen in Altonaer Hinterhöfen.

Empfehlung: Softwash mit speziellem Holz-Schaum. Niemals Hochdruck (reißt Fasern aus).

Wann lohnt sich Fassadenreinigung?

Aus unserer Hamburger Praxis: Fassadenreinigung lohnt sich bei diesen Indikatoren:

Wann ist es Verschwendung?

Häufige Fragen

Wie oft sollte man eine Fassade reinigen?

Standardfassaden alle 5-10 Jahre. In der HafenCity (Wind, Salzluft) eher 4-6 Jahre. An Hauptverkehrsstraßen mit Auspuffgasen 3-5 Jahre. Bei Algenbefall (Nordseite) ggf. häufiger.

Kann ich meine Fassade selbst reinigen?

Bei kleinen Sockelzonen mit Bürste und Spezialreiniger ja. Bei größeren Flächen oder Ortwechseln nicht zu empfehlen — Hochdruckreinigung mieten und blind anwenden hat oft Material-Schaden zur Folge. Materialgutachten nötig.

Was kostet Fassadenreinigung im Schnitt?

8-22 €/m² für moderne Fassaden mit Standard-Verfahren. 25-65 €/m² für ältere oder graffiti-betroffene Fassaden mit Heißdampf. 60-120 €/m² für JOS-Verfahren bei denkmalgeschützten Bauten.

Hält Imprägnierung wirklich gegen Algen?

Ja, bei korrekter Anwendung 2-5 Jahre. Wichtig: das Material muss vorher trocken sein, sonst zieht die Imprägnierung nicht ein. Beste Anwendung im Spätsommer (August-September) bei trockenem Wetter.

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